19. März 2013

Die Hugo-Wolf-Medaille geht 2013 an Brigitte Fassbaender

Geboren 1939 in Berlin, begann Brigitte Fassbaender mit 17 Jahren, bei ihrem Sänger-Vater Willi Domgraf-Fassbaender Gesangsunterricht zu nehmen. Bereits mit 21 Jahren wurde sie an die Staatsoper in München engagiert.1970 wurde sie dort zur Kammersängerin ernannt und trat eine internationale Karriere in den großen Opernhäusern Europas an. Der Lied- und Konzertgesang nahm jedoch den größten Teil ihres Schaffens ein. Nachdem sie rund 250 Schallplatten eingespielt hatte, beendete sie 1995 ihre Gesangskarriere und machte sich als Regisseurin einen Namen. Mittlerweile hat sie 46 Regiearbeiten in Oper und Schauspiel vorgelegt, zuletzt die Inszenierung von Donizettis Oper „Don Pasquale“ im Münchner Cuvilliétheater. 1995 bis 1997 war sie Intendantin am Staatstheater Braunschweig. 1999 bis 2012 leitete sie das Tiroler Landestheater in Innsbruck. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen gehört das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland, seit 2010 ist sie Mitglied des Ordens Pour le mérite, und 2011 wurde sie zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen.




Im Oktober 2011, als Peter Schreier für seine Verdienste um die Liedkunst mit der Hugo-Wolf- Medaille geehrt wurde, hielt sie eine geistreiche und berührende Laudatio auf den Freund. Nun ist sie selbst Empfängerin dieser Auszeichnung: In einer Liedmatinee am Sonntag, 17. März um 11 Uhr im Opernhaus Stuttgart wird der legendären Liedsängerin, Strauss-Interpretin, Regisseurin und Intendantin Brigitte Fassbaender die vierte Hugo-Wolf-Medaille der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart verliehen. Laudator ist diesmal der Bariton Olaf Bär, der Tenor Christoph Prégardien und Wolfram Rieger am Klavier umrahmen das Ereignis mit Liedern von Franz Schubert und Hugo Wolf. Der frühere Bundespräsident Horst Köhler ist Schirmherr der Veranstaltung.

Auf die Frage, warum sie sich nach ihrer glanzvollen Gesangskarriere immer noch solche Knochenjobs zumutet, antwortete Brigitte Fassbaender in einem Interview: „Ach, ich bin Workoholic, unheilbar gesund und heillos kreativ. Ich kann mir wirklich nichts Schöneres vorstellen, als immer weiter so zu arbeiten, wie ich das momentan tue. Ein, zwei Inszenierungen im Jahr, dazu die beiden Festivals: Richard Strauss in Garmisch-Partenkirchen und der Liedsommer in Eppan mit zwei Meisterkursen. Da melden sich junge Leute mit sehr gutem künstlerischen Niveau, es wird immer besser.“ Zu den zahlreichen Schülern der Mezzosopranistin gehören u.a. Juliane Banse, Michelle Breedt, Anke Vondung, Christiane Libor, Martin Mitterrutzner und Janina Baechle.