Seit der Spielzeit 2010/11 ist die russische Sopranistin Katerina Tretyakova Mitglied im Ensemble der Staatsoper Hamburg. Hier begeistert sie in zahlreichen großen Partien des Repertoires wie Gilda (»Rigoletto«), Adele (»Die Fledermaus«), Adina ("L' Elisir d' Amore"), Nannetta (»Falstaff«), Gretel (»Hänsel und Gretel«), Susanna (»Le Nozze di Figaro«), Pamina (»Die Zauberflöte«) und Musetta (»La Bohème«). Ihre Bühnenauftritte überzeugen durch Leichtigkeit, Intensität und die Perfektion ihres Gesangs. Viel Beifall erhielt sie auch für ihre Interpretationen seltener Rollen wie Lucy in der 2010 uraufgeführten Oper »Bliss« des australischen Komponisten Brett Dean, Cunibert in Georg Philipp Telemanns barocker »Gänsemarkt-Oper«, »Flavius Bertaridus, König der Langobarden« oder Ighino in Hans Pfitzners »Palestrina«.
(C) Franz Grabner
Neben ihren Auftritten an der Staatsoper Hamburg gastiert Katerina Tretyakova häufig in Österreich und arbeitet mit verschiedenen renommierten Orchestern zusammen. So gab sie unter anderem ihr Debüt am Theater an der Wien als Regina in Paul Hindemiths Künstlerdrama »Mathis der Maler«. Als Solistin arbeitete sie unter anderem mit dem Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem Rundfunkorchester Montpellier und den Philharmonikern Hamburg zusammen. Unter ihren Partnern auf Bühne und Konzertpodium waren Angela Gheorghiu, Franz Grundheber, Ramon Vargas, Giuseppe Filianoti und Roberto Saccà. Im April 2009 debütierte die Sopranistin am Konzerthaus Wien unter der Leitung von Bertrand de Billy in einer konzertanten Aufführung von Gounods »La Damnation de Faust«, 2011 kehrte sie für ein Solokonzert mit russischen Liedern dorthin zurück.
»Intensives Rollenstudium, gute Technik und unglaublich viel Spaß am Beruf« – hierin sieht KaterinaTretyakova das Geheimnis ihres Erfolges. Schon früh wusste die aus Murmansk in Russland stammende Sopranistin, dass sie Opernsängerin werden wollte. Aufgewachsen in Litauen, begann sie mit 15 Jahren ein Dirigierstudium am Konservatorium in Vilnius, das sie 2000 mit Auszeichnung beendete. Im selben Jahr setzte sie ihre Ausbildung an der Litauischen Akademie für Musik und Theater mit einem Gesangsstudium fort und schloss 2005 bei Prof. Giedre Kaukaite mit einem Bachelor ab. Im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms kam die junge Sängerin 2006 nach Salzburg. Am Mozarteum nahm sie ein weiteres Studium auf und debütierte im gleichen Jahr als Hyacinthus in Mozarts Oper »Apollo undHyacinthus« bei den Salzburger Festspielen. 2007 beendete sie ihr Masterstudium bei Josef Wallnig und KS Elisabeth Wilke mit der höchsten Auszeichnung ab und begann ein Liedstudium bei Breda Zakonik.
2008 wurde Katerina Tretyakova zusammen mit zehn anderen jungen Sängern in das Young Singer’s Project der Salzburger Festspiele aufgenommen, das unter der Künstlerischen Leitung von Barbara Bonney und Michael Schade stand und mit einem Galakonzert im Großen Saal des Mozarteums unter der Leitung von Ivor Bolton einen glanzvollen Abschluss fand.
Von Salzburg wechselte die Sopranistin dann an die Elbe: Sie entschied sich, für zwei Jahre in das Internationale Opernstudio der Staatsoper Hamburg zu gehen, wo sie schnell auch größere Partien wie Musetta ("La Boheme"), Valencienne (»Die lustige Witwe«), Oscar (»Un Ballo in Maschera«), Berta (»Il Barbiere di Siviglia«) und Frasquita (»Carmen«) sang. Direkt nach dem Abschluss dieser Ausbildung engagierte die Opernintendantin und Hamburgische Generalmusikdirektorin Simone Young die Sängerin in das Ensemble des Hauses.
Katerina Tretyakova hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. 2003 und 2004 gewann sie mehrere Gesangswettbewerbe in Litauen, Lettland und Weissrussland, 2005 brachten ihr der der 2. Preis und der Sonderpreis beim Antonín Dvorák-Wettbewerb eine Einladung an die Prager Staatsoper ein. 2007 folgte eine Auszeichnung beim Internationalen Gesangswettbewerb Hariclea Darclée in Rumänien. Die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper sprach ihr 2012 den Dr. Wilhelm Oberdörffer-Preis für ihre herausragende künstlerische Entwicklung zu. 2008 erhielt sie den Sonderpreis des Internationalen Gesangswettbewerbs Francisco Vinas, im Januar 2013 gewann sie den renommierten Wettbewerb, der zu den wichtigsten der Welt zählt.
