Luigi Cherubinis „Lodoïska“ hat einen einzigartigen Rang in der Musikgeschichte am Ende des 18. Jahrhunderts inne. Mit ihrer ungewöhnlichen motivischen Dichte markiert sie den ersten großen Erfolg des damals noch jungen Cherubini (1760-1842). Der aus Italien stammende Komponist war über ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod eine der Zentralfiguren der französischen Musik. Insgesamt komponierte Luigi Cherubini nicht weniger als 30 Opern, davon je 15 italienische und 15 französische. Außerdem sind elf Messen und zwei Requien überliefert sowie etwa zwei Dutzend kammermusikalische Werke. Trotz dieses imposanten Oeuvres galt Cherubini zu Lebzeiten als Geheimtipp. Seine schnörkellos-strenge Handschrift ohne viel Effekthascherei setzte die Massen nur selten in Verzückung, sicherte ihm aber höchste Bewunderung in Kollegenkreisen.
Die Heldenoper (comédie héroïque) „Lodoïska“ nach dem Libretto von Claude-François Fillette-Loraux ist im Polen des 17. Jahrhunderts angesiedelt. Das Werk feierte im Juli 1791 im Pariser Théâtre Feydeau Premiere und wurde mit 200 Aufführungen in nur einem Jahr Cherubinis erfolgreichste Oper. Auch im deutschsprachigen Raum reüssierte „Lodoïska“, darunter 1797 in Berlin, 1802 in Wien und 1813 in München.
Die CD-Veröffentlichung entstand im Rahmen einer durch das Palazzetto Bru Zane finanzierten und produzierten Europa-Tournee an das Théâtre des Champ-Elysées Paris, das Teatro La Fenice in Venedig und den Parco della Musica, Rom – in Zusammenarbeit mit Le Cercle de l’Harmonie und Naïve/Ambroisie. Der Palazzetto Bru Zane - Centre de musique romantique française erforscht die französische Musik des langen 19. Jahrhunderts (1780-1920) und fördert deren Wiederentdeckung auf CDs und in Konzertsälen. Seit 2012 dehnt der Palazzetto Bru Zane seine Aktivitäten auf den deutschsprachigen Raum aus.
